Unsere heutige Popkultur wird geradezu überflutet von Superhelden und Comicverfilmungen. Daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis der Trend auch seinen Weg in die Welt von Anime und Manga findet. Mit seiner Erfolgsserie My Hero Academia (orig. Boku No Hero Academia) widmet sich Mangaka Kōhei Horikoshi genau diesem Genre und stellt dabei den Suerheldenmythos ganz schön auf den Kopf.

HANDLUNG// Mittelschüler Izuku Midoriya ist schon zu bemitleiden. In einer Welt in der 80 Prozent der Weltbevölkerung übermenschliche Kräfte haben ist er einer der Normalos. Doch das hält ihn nicht davon ab seinem Ideol, dem großen Helden All Might, nachzueifern. Er möchte die UA High School besuchen, die sich auf die Ausbildung von Helden spezialisiert hat um so seinen Traum wahrmachen zu können. Von seinen Klassenkameraden, die ihre Superkräfte schon seit Kindesbeinen an haben wird er für seinen Traum nur ausgelacht. Vor allem sein ehemaliger Kinheitsfreund Katsuki, der sich selbst schon als Anwärter für den stärksten Helden aller Zeiten sieht, macht ihn immer wieder runter.
Doch als Katsuki eines Tages von einem Bösewicht attackiert wird schreitet Izuku tapfer zur Hilfe, auch wenn er nicht viel ausrichten kann. Gerade rechtzeitig erscheint All Might um dem Bösewicht den Garaus zu machen. Er ist von Izuku’s mutigem Auftreten dermaßen beeindruckt, dass er ihm sein großes Geheiminis verrät. All Might’s eigene Superkraft, „All for One“, lässt sich nämlich übertragen; und jetzt wo er Izuku für seinen Nachfolger auserwählt hat, soll dieser „All for One“ weitertragen.

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Der Superheld „All Might“ © by Kohei Horikoshi

CHARAKTERE// Die Beziehungen zwischen Izuku und All Might steht in den ersten beiden Bänden ganz klar im Fokus. Izuku ist ein Außenseiter, der sich jedoch von nichts unterkriegen lässt. Was ihm an Superkräften fehlt macht er durch Motivation und ein kluges Köpfchen wett. Zwischen ihm und All Might entwickelt sich eine Schüler/Mentor Beziehung wie man sie beispielsweiße aus Karate Kid kennt. Und auch wenn All Might zunächst als relativ flacher Charakter auftritt entwickelt er sich schnell zu einer komplexeren Persönlichkeit.

Nichtsdestotrotz ist es die Beziehung bzw. der Konflikt zwischen Izuku und Katsuki der am interessantesten zu beobachten ist. Katsuki hat bereits früh extrem starke Kräfte entwickelt und strotz dementsprechend vor Selbstbewusstsein und Arroganz. Ähnlich wie Izuku ist sein Ziel ein großer Held zu werden, jedoch verhält er sich auf dem Weg oftmals mehr wie ein Bösewicht. Dem gegenüber steht Izuki der sich sogar ohne Kräfte stets heldenhaft verhält. Diese Rivalität bietet noch viel Stoff für die kommenden Bände.

Die High School für Helden bietet natürlich auch jede Menge Möglichkeiten für interessante Nebencharaktere, da diese in den ersten beiden Bände jedoch noch nicht so im Fokus standen kann ich hierzu nicht viel sagen. Aber eins ist sicher an obskuren, quirligen Charakteren mit kreativen Fähigkeiten wird es jedenfalls nicht mangeln.

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©2016 by Kohei Horikoshi

ART// Horikoshi’s Artstyle trägt viel zu dem Charme von My Hero Academia bei. Er hat einen etwas groberen Stil mit mehr Ecken und Kanten als man es aus vielen anderen Shonen Manga gwöhnt ist und driftet in machen Panels sogar stark ins Cartoon-hafte ab. Das trägt dazu bei das der Manga nicht so sauber wirkt wie man es vielleicht von anderen Reihen gewöhnt ist, erlaubt aber auch einen größeren Kontrast zwischen verschiedenen Szenen. (Ich habe versucht so gut es geht den Stil zu beschreiben, was mir evtl. nicht perfekt gelungen ist. Ich kann jedem nur empfehlen sich einige Zeichnungen von Kōhei Horikoshi anzuschauen.)

FAZIT// My Hero Academia ist ein Battle Manga durch und durch und macht dabei vieles richtig was Serien wie Naruto oder One Piece groß gemacht hat. Es setzt uns einen sympathischen Hauptcharakter mit großen Ambitionen vor die Nase und zeigt uns eine Welt die einen riesigen Spielplatz für verrückte Charaktere und spannende Konflikte bietet. Auch wenn die Underdog Story einem immer wieder bekannt vor kommt, schafft es My Hero Academia einfach Spaß zu machen.

In Japan wird der Manga von Shueisha veröffentlicht und erscheint dort seit 7. Juli 2014 im Weekly Shonen Jump. Bisher kommt die Serie auf 11 Bände. Desweiteren lief Mitte des Jahres eine von Studio Bones (u.a. Fullmetal Alchemist, Soul Eater, Mob Psycho 100) produzierte Anime Serie die 13 Folgen umfasste. Eine zweite Staffel wurde bereits angekündigt.

My Hero Academia wird hierzulande von Carlsen herausgebracht. Während die ersten drei Bände bereits erschienen sind, soll Band 4 am 31. Januar nächsten Jahres auf den Markt kommen. Neben dem Print-Release sind die ersten beiden Bände auch im Kindle Shop sowie bei Kobo verfügbar.