platinum-end-coverAm 17. November erschien hierzulande bei Tokyopop der erste Sammelband zu der Mangaserie Platinum End. In Japan erscheint der Titel monatlich in dem Shonen Magazin Jump Square. Geschrieben wird Platinum End von Tsugumi Ohba, während Takeshi Obata die Zeichnungen übernimmt. Da dürften einige von euch die Ohren spitzen, denn das ist bereits die dritte Serie, nach den beiden großen Hits Death Note und Bakuman, wofür sich das Mangaka-Duo verantwortlich zeichnet.

HANDLUNG// Platinum End handelt von dem Schüler Mirai, der mit seinem Leben abgeschlossen hat. Nachdem er bereits früh seine Eltern bei einem Unfall verlor nahm ihn die Familie seiner Tante auf. Von dieser wurde er jedoch jahrelang misshandelt, weshalb er sich dazu entschlossen hat sich das Leben zu nehmen. Doch bevor sein Sprung von einem Hochhaus seinem Leben ein Ende setzen kann wird er von dem Engel Nasse gerettet, die ihm seinen Wunsch erfüllen möchte ein glückliches Leben führen zu können. Sie verleiht ihm drei Kräfte: Engelsflügel, mit denen er in der Lage ist schneller zu fliegen als für das menschliche Auge zu sehen ist; einen roten Pfeil, der die Person die getroffen wird sich für 33 Tage in ihn verlieben lässt; und einen weißen Pfeil der die Person auf die er zielt mit Sicherheit tötet.

Doch der Twist an der Geschichte ist, dass Mirai die Kräfte nicht umsonst erhalten hat. Sondern er ist neben 12 weiteren Auserwählten ein Anwärter der neue Gott zu werden. Dieser Wettkampf um den Posten des neuen Gottes, erinnert mich etwas an den Anime Eden of the East, in dem 12 Auserwählte mit Hilfe von 10 Billionen Yen und der künstlichen Intelligenz Juiz Japan auf ihre Weise retten sollen. In Platinum End wird der zentrale Konflikt auf ähnliche Weise aufgebaut. Im ersten Band wird bereits angedeutet, dass die verschiedenen Anwärter vollkommen unterschiedliche Absichten haben ihre Kräfte einzusetzen. Ob sie nun den roten Pfeil dazu benutzen sich mit allen möglichen Models zu vergnügen oder den weißen Pfeil um Kriminelle zu töten und sich selbst zu einem Superhelden zu ernennen.

Wer bereits mit Death Note und Bakuman vertraut ist, weiß dass Autor Ohba ein Schwäche für Geschichten hat die eine spannende Prämisse haben und daraufhin das Verhalten der verschiedenen Charaktere studiert. Die ist auch bei Platinum End nicht anders.

nasse1CHARAKTERE// Ohba schafft es mit Mirai wieder einmal einen sympathischen Hauptcharakter zu erschaffen, dessen Motivation durch kürzere Flashbacks nachvollziehbar erzählt wird. Vor allen Dingen ist er im ersten Band nicht bereits der stereotypische Held der mit seinen neugewonnenen Kräften, aus purem Gemeinschaftssinn, die Welt retten möchte. Vielmehr möchte er ein normales Leben führen, was ihm während seiner gesamten Kindheit verwährt wurde. Der Engel Nasse, die Mirai seine Kräfte geschenkt hat, bildet einen guten Gegenpart. Zwar will sie ihm so gut es geht helfen seinen Traum zu erfüllen, jedoch ist sie auch extrem naiv und hat keine Probleme damit das Manipulieren oder sogar Töten von Menschen vorzuschlagen um so sein Ziel schneller zu erreichen. Hier wird bereits angedeutet das zwischen der Moral und Gesellschaft im Himmel und auf der Erde eine große Kluft besteht.

Es wird interessant zu sehen sein wie sich die Beziehung zwischen den Beiden entwickelt und vor allem wie Mirai reagiert, wenn er gezwungen ist sich mit anderen Gottesanwärtern auseinanderzusetzen.

FAZIT// Alles in allem hat der erste Band von Platinum End das gemacht was er soll: Lust auf mehr! Er schafft es seine Welt schnell und schlüssig zu erklären und verwendet einen Großteil der Zeit darauf die Charaktere zu etablieren. Nebenbei werden bereits einige Nebengeschichten aufgebaut, die wahrscheinlich im weiteren Verlauf noch eine größere Rolle spielen werden. Der einzige Kritikpunkt den man anbringen kann ist die Tatsache, dass es sich wieder einmal um einen Shonen Manga handelt der an einer High-School spielt (dies wird zumindest im ersten Band angedeutet). Aber sowohl Death Note als auch Bakuman begannen ihre Geschichten mit High-School Schülern und schafften es dennoch die typischen Klischees des Genres zu umgehen und ihre Geschichten darüber hinaus zu entwickeln. Deshalb mache ich mir darüber wenig Sorgen.

Wem bereits Death Note gefallen hat und wer auch sonst Interesse an etwas düstereren Geschichten mit einer komplexeren Handlung hat kann ich Platinum End nur wärmstens empfehle. Für jeden Ohba/Obata Fan ist die neue Serie ohnehin ein Muss. Wer jedoch etwas leichtere und fröhlichere Kost vorzieht und hier auf einen Manga gehofft hat der mehr den Fußspuren Bakuman’s folgt sollte sich eher nach etwas Anderem umschauen.

In Japan wird erscheint der Manga seit 2015 monatlich in Shueishas Jump SQ Magazin. Bisher wurden vier Sammelbände veröffentlicht.

Platinum End 1 ist seit 17. November erhältlich und wird von Tokyopop veröffentlicht. Der Manga ist sowohl in Print (6.95€) als auch online bei Amazon Kindle und Kobo (3.99€) erhältlich. Der Release des zweiten Bandes ist für den 12. Januar kommenden Jahres geplant.